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Oliver Berking

Oliver Berking ist Inhaber der Silbermanufaktur “Robbe & Berking”, und dies in fünfter Generation. Die Leidenschaft des Flensburger Unternehmers für klassische Holzsegelyachten führte 2008 zur Gründung einer eigenen und ganz besonderen Werft.

Über der Flensburger Förde weht ein eisiger Wind. Obwohl die Sonne scheint, sind die Pfützen auf den Straßen und Wegen gefroren. Es ist Mitte März, und so, wie der Frühling noch unsichtbar bleibt, so versteckt sich auch eine maritime Schatztruhe hinter tristen Gewerbeflächen am Flensburger Industriehafen. Dabei zählt das im Oktober 2016 eröffnete “Yachting Heritage Centre” zu den neuen Attraktionen der Küstenstadt an der deutsch-dänischen Grenze und dürfte die Herzen vieler Segelfans höher schlagen lassen. In modernstem Ambiente hat Oliver Berking klassischen Holzsegelyachten, ihren Erbauern und ihrer Geschichte ein in Europa wohl einzigartiges Denkmal gesetzt. Wer sich für den Segelsport interessiert, den nimmt das “Yachting Heritage Centre” regelrecht gefangen. Hochkarätige und wechselnde Themenausstellungen mit seltenen Exponaten, zwei Galerien, ein Museumsshop, das Restaurant mit über 100 Plätzen und die etwa 9.600 Bände umfassende größte Yachtsport-Bibliothek der Welt machen das maritime Museum zu einem faszinierenden Ort, dessen Entstehung zweier Leidenschaften des Stifters und Mäzens zu verdanken ist: Die Liebe zu feinem Silber und zu klassischen Holzyachten… (Auszug)

Als Oliver Berking am 18. September 1962 in der fünften Generation einer wohlhabenden Flensburger Silberschmiedefamilie geboren wurde, gewann am selben Tag und 3.600 Meilen entfernt vor Newport/Rhode Island die australische Zwölfer-Rennyacht “Gretel” eine Wettfahrt, die bis dahin stets von den Amerikanern dominiert wurde. Und damals stand es natürlich noch in den Sternen, dass sich einige Jahrzehnte später die Wege des Flensburger Jungen und der faszinierend eleganten “Gretel” kreuzen würden… (Auszug)

Von der etablierten Branche zunächst argwöhnisch belächelt, ahnte seinerzeit niemand, dass mit dem zweieinhalb Jahre dauernden Restaurierungsprojekt “Sphinx” bereits der Grundstein für eine weitere Flensburger Erfolgsgeschichte gelegt wurde. Unter Leitung von Berkings Seglerfreund Kai Wohlenberg begannen erfahrene Bootsbauer mit dem originalgetreuen Wiederaufbau des einstigen Eyecatchers in einer provisorischen Halle am Flensburger Industriehafen. Der Stapellauf der auferstandenen “Sphinx” in der Saison 2008 ließ alle Kritiker verstummen – und die Fachwelt horchte auf. “Um das bei der Restaurierung über Jahre gewonnene Knowhow und Fachwissen zu erhalten und weiter zu nutzen, gründeten wir im Sommer 2008 die Werft “Robbe & Berking Classics“, die klassische Holzyachten entweder nach historischen Originalplänen komplett neu baut, oder aber betagte Boote restauriert, repariert oder auch nur über den Winter einlagert und pflegt”, erklärt Oliver Berking…(Auszug)

Wir gehen über den Hof ins Winterlager. Die hier eingelagerten Schätze von Eignern aus der ganzen Welt zeugen vom Vertrauen und dem hervorragenden Ruf, den “Robbe & Berking Classics” genießt. Im Mastlager entdecke ich einen anscheinend sehr alten Aluminium-Segelmast. “Das ist tatsächlich der erste Aluminium-Mast der Welt! Er stammt von der VIM, einer 12er-Regattayacht, die 1939 vom US-Unternehmer Harold S. Vanderbilt beim New Yorker Yachtkonstrukteur Olin Stephens in Auftrag gegeben wurde… (Auszug)